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Entstehungsgeschichte der Firma Strausak

1931 - Aus der Zimmerei Egli wird die Zimmerei Theodor Strausak

Die Geschichte der Familie Strausak in Meilen führt zurück in die 30er-Jahre des letzten Jahrhunderts: An Ostern 1931 übernahm der gelernte Zimmermeister Theodor Strausak, zugewandert aus dem solothurnischen Lohn, das Zimmereigeschäft Heinrich Egli an der Seestrasse westlich des Gasthof Hirschen. Der alte Heinrich Egli verkaufte den Betrieb, nachdem sein Sohn und Nachfolger an einer Blutvergiftung gestorben war, die er sich bei der Arbeit zugezogen hatte.

Zimmermeister Theodor Strausak teilte der „werten Einwohnerschaft von Meilen sowie den Herren Architekten und Baumeistern“ per Annonce im Volksblatt mit, dass er ab sofort unter Telefon-Nr. 172 für Aufträge bereit stehe und machte sich, gemeinsam mit seinen Söhnen Theodor junior, Paul und Johann, ans Werk; ab 1932 ist im Lohnbuch auch ein zusätzlicher Mitarbeiter verzeichnet.

Es wurde lange gearbeitet, mehr als neun Stunden pro Tag, auch samstags bis um 16 Uhr und in den auftragsreichen Sommermonaten noch länger. So kamen 55-Stunden-Wochen zusammen. Der Stundenlohn betrug 1 Franken 50 Rappen für ausgelernte Zimmerer und 40 Rappen für Lehrlinge, wie es Johann damals noch einer war: Er lernte bei seinem Vater Theodor das Handwerk.

Die Auftragspalette war breit und bot der siebenköpfigen Familie – neben Theodor junior, Paul und Johann gab es noch einen weiteren Bruder und eine Schwester – ein Auskommen. Es wurden in Meilen und Umgebung Scheunen gebaut, ganze Wohnhäuser aus Holz erstellt oder umgebaut und Dachstöcke aufgerichtet. Aber auch Schreinerarbeiten gehörten dazu: Küchen, Einbaumöbel, Haus- und Wohnungstüren, Kassettendecken, Brusttäfer, Parkettböden, Treppen wurden gefertigt sowie, vor allem in den Kriegsjahren und im Winter, Apfelhurden für die private Vorratshaltung und Baracken für die Schweizer Armee. Die Baracken wurden, quasi als Vorläufer des modernen Elementbaus, in einzelnen Teilen vorfabriziert, mit Ross und Wagen zur Bahn gebracht und erst vor Ort zusammengebaut.

 

1941 - Die Söhne übernehmen das Geschäft

Am 1. Januar 1941 übernahmen die Söhne Thedi und Johann 32- und 25-jährig das Geschäft von ihrem Vater und nannten sich fortan Gebr. Strausak. 1945 wurde dann die neu gebaute Werkstatt an der Seestrasse 993 in Obermeilen im „Dörfli“ bezogen, wo sich auch heute noch der Firmensitz befindet. An diesem Umzug war übrigens der Hirschenwirt nicht ganz unschuldig: Er hatte den Gebrüdern Strausak 500 Franken geboten, wenn sie ihr Geschäft verlegen, denn die Gäste des Hotel Hirschen fühlten sich vom Sägen und Hämmern in der Zimmerei sehr gestört, vor allem frühmorgens (Arbeitsbeginn 06:00 Uhr).

 

1964 - Ein weiterer Neubau wird eingeweiht

Ab 1945 entwickelte sich das Geschäft stetig. Nun arbeitet auch Paul Strausak mit, ein weiterer Bruder. Er hatte sich auf Fenster spezialisiert und kannte sich mit den neu aufgekommenen Doppelverglasungen aus. Walter übrigens, auch er eines der fünf Geschwister Strausak, eröffnete an der Seidengasse ein Tapezierergeschäft, das heute von seinem Sohn Peter geführt wird.

1955 gab es in der Zimmerei und Schreinerei Strausak bereits sieben Angestellte, und es wurde ein Lastwagen angeschafft, damit für Warentransporte nicht immer ein Transporteur beauftragt werden musste. Der Stundenlohn betrug im Übrigen bereits stolze 2.80 Franken für einen gelernten Zimmerer. Während der ersten fünf Dienstjahre hatte man sechs Arbeitstage Ferien zugute; ab dem elften Dienstjahr bereits zwölf Arbeitstage.

Johann Strausak hatte 1943 Paula Ryffel geheiratet. Von den vier Kindern interessierte sich Hans für den Beruf seinen Vaters und ging bei ihm in die 3-jährige Lehre – zu 90 Rappen Stundenlohn. Mit Hans’ Lehrabschluss fiel auch der Erweiterungsbau der Werkstatt zusammen, der 1964 eingeweiht werden konnte und heute noch steht. Dort befanden sich Lager und Abbundhalle. In der Abbundhalle wurde das Holz für die Dachstöcke zugeschnitten; etwas, was heute in den allermeisten Fällen nicht mehr in der Zimmerei selber gemacht wird. Man bestellt stattdessen das Holz fertig „abgebunden“ ab Werk, also bereits auf Mass geschnitten.

 

1972 – Hans wird Mitinhaber

Nach dem Tod von Thedi Strausak 1970 führte Johann das Geschäft weiter, bis Sohn Hans, nunmehr diplomierter Zimmermeister, zwei Jahre später als Inhaber mit einstieg und die Firma auf „Hans Strausak + Sohn“ umgetauft wurde (mit „Hans“ ist dabei Johann senior gemeint). Nun beschäftigte man bis zu 16 Mitarbeiter, dazu kamen zwei oder drei Lehrlinge. Die Auftragspalette war noch immer breit gefächert, wenn auch, nach dem Tod von Paul 1971, der Fensterbau nicht mehr zu den Spezialitäten gehörte.

 

1980 – Johann Strausak senior zieht sich zurück

Im Jahr 1980 ging Johann Strausak nach fast fünf Jahrzehnten in Pension. Logischerweise wurde das Geschäft nun in „Hans Strausak Holzbau“ umgetauft. In den Achtziger- und Neunzigerjahren war die Firma an vielen Um- und Neubauten in Meilen und Umgebung beteiligt. Die Überbauung Mühleweiher an der Winkelstrasse, ein Riegelhaus an der Toggwilerstrasse, die Balkone an der Parkresidenz, Dachstöcke, Bogenlukarnen und sogar die „Türmli“ auf dem Mariafeld stammen von Hans Strausak Holzbau. Berühmt ist auch die so genannte Raumspartreppe zur Erschliessung von neu ausgebauten Dachstöcken; sie ist eine clevere Mischung aus Leiter und Treppe, die nicht viel Platz braucht und an einem kleinen Ort eingebaut werden kann.

 

2005 – Neuer Schwerpunkt mit der 4. Generation

Langsam verschob sich der Schwerpunkt der Aufträge. Es gab weniger Häuser und Dachstöcke zu erstellen – die letzte klassische Scheune mit Stall und Heuboden errichtete Hans Strausak im Jahr 1985 in Stäfa –, dafür mehr Renovationsarbeiten zu leisten. Vor ungefähr fünfzehn Jahren begann deshalb die Spezialisierung auf Sanierung, Restaurierung und Umbau von teilweise sehr alten Häusern, gelegentlich in Zusammenarbeit mit Denkmalpflege und Heimatschutz. Hans Strausak weiss, wie ein Dachstuhl, der zwischen 1750 und 1920 konstruiert wurde, angepackt werden muss, und er weiss, wie es hinter der Wandverkleidung einer x-mal renovierten Stube aussieht, auch ohne die Wand zu öffnen.

Da alte Häuser von der Statik her den modernen Anforderungen oft nicht genügen, müssen meist die Böden verstärkt werden. Massive alte Parkette, zum Beispiel Tafelparkett, können Strausaks fachgerecht in Stand stellen – bei der alten Zimmermannsarbeit gehörte das selbstverständlich dazu, heute wird auch Parkettbau mehr und mehr ausgelagert. Was nach wie vor oft verlangt wird, sind Um- und Ausbauten von Dachstöcken mit Dämmstoff-Isolation.

Ein positiver Nebeneffekt seit der Spezialisierung auf Umbauten: Es gibt viel weniger Schwankungen in der Auftragslage, sommers wie winters hat es genug Arbeit für rund zehn Angestellte.

Noch einmal gebaut wurde 1990 gemeinsam mit Nachbar Kaspar Humbel. Es entstand eine Unterniveaugarage, die heute als Lagerraum vermietet ist.

Einen viel grösseren Schritt taten die Strausaks jedoch am 1. April 2005: Hans Strausak wandelte die Einzelfirma um in eine GmbH, die er nun, 75 Jahre nachdem seinem Grossvater in Meilen sesshaft wurde, gemeinsam mit Sohn Florian betreibt, mit der 4. Generation also. Florian, geboren 1972, hat bei Markus Roth in Herrliberg die Lehre als Zimmermann gemacht und sich nachher im Elementbau umgesehen, bevor er in den väterlichen Betrieb zurückkehrte. Er kennt sich aus mit dem neuen Produkt „Steko“, einer Art Modulstein aus Holz, mit dem rasch und effizient ein Holzbau erstellt werden kann. Ueli, Jahrgang 1974, hat ebenfalls Zimmermann gelernt und ist momentan auf Küchenbau spezialisiert – gut möglich, dass er eines Tages in die Firma zurückkehrt.

Auch wenn es seltener vorkommt als früher, am schönsten finden es die Strausak’s immer noch, draussen in der Höhe zu arbeiten, vor allem im Frühling und im Herbst. Auf gemeinsamen Skitouren und Bergwanderungen geht es aber gelegentlich auch ausserhalb der Arbeitszeit hoch hinaus…